ACC-Spotlight: Print ist tot, es lebe Print

Accente Communication / Kommunikation Wiesbaden

Für viele Tageszeitungen und Magazine ist die gedruckte Lage ernst. Nicht erst seit der Insolvenz der – inzwischen „geretteten“ – Frankfurter Rundschau im Jahr 2013 ist klar: Printmedien müssen ums Überleben kämpfen, ihr Fortbestand ist keineswegs ein Selbstläufer. Die großen Verlagshäuser mussten in den letzten Jahren fast allesamt Umsatzeinbußen hinnehmen und infolgedessen auch Stellen abbauen. Resignation? Weit gefehlt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel, Zeit & Co. versuchen, sich zukunftsfit zu machen. Die zwei Seiten des digitalen Puzzlestückchens bestehen darin, neue, teils exklusive digitale Angebote zu schaffen sowie Teile des bewährten Portfolios zu digitalisieren.

 

SPIEGEL ONLINE etwa experimentierte Anfang 2016 mit den neuen „Instant Articles“ von Facebook, Mitte des Jahres vermeldete auch die FAZ, man wolle künftig den „embedded journalism“ bei Facebook testen. Das Neue an diesem Tool? Bei Instant Articles sind die Beiträge direkt bei Facebook statt bei ihren Urheber-Medien gespeichert. Das soll unter anderem die Ladezeiten beim Lesen auf dem Smartphone oder dem Tablet verkürzen. Nur ein rückwärtsgewandter Miesepeter würde lamentieren, dass Angebote wie diese auch einen Kontrollverlust bedeuten und die Heilsbringer um Facebook, Apple, Google & Co. der Weltherrschaft damit noch ein bißchen näher rücken könnten.

 

Online-Versionen der etablierten Print-Produkte gehören natürlich schon seit vielen Jahren zum Standardrepertoire der Medienhäuser. Doch während die Angebote in der Vergangenheit überwiegend kostenfrei waren, gehen immer mehr Medien dazu über, einen Teil der Beiträge nur gegen Bezahlung zugänglich zu machen. Beim Bäcker bekommt man seine Vollkornbrötchen schließlich auch nicht umsonst hinterher geworfen. Ob freiwilliger Beitrag bei „taz.zahl ich“, der Tagespass der Süddeutschen Zeitung oder exklusive Online-Artikel bei SPIEGEL PLUS: Bezahlte Online-Angebote oder eben doch die klassische, gedruckte Ausgabe bieten in diesem Fall vielfältigen inhaltlichen Mehrwert. Vom haptischen Erlebnis einer gedruckten Zeitung oder eines gedruckten Magazins einmal ganz zu schweigen – es muss ja nicht gleich Druckerschwärze auf der weißen Bluse sein.

 

Was heißt das alles für die Unternehmenskommunikation?

 

Nach Erkenntnissen des aktuellen FCP-Barometers zu Thema Inhouse Communication glauben mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmensvertreter, dass sich „eine zeitgemäße inhaltsgetriebene Mitarbeiterkommunikation … aller Medienformen – von Mitarbeitermagazinen bis zu Online-Formaten“ bedient. Ebenso viele unterstützen die Aussage, dass Printmedien und digitale Medien in der Mitarbeiterkommunikation unterschiedliche Aufgaben erfüllen: Print eignet sich zum Beispiel hervorragend für Hintergründe, während Neuigkeiten vor allem digital schnell und prägnant aufbereitet werden können. Eine weitere Studie zur Zukunft der Mitarbeiterzeitschrift mit knapp 400 Befragten aus der Kommunikationsbranche belegt, dass die meisten erwarten, dass Print auch weiterhin als Ausgabekanal von Mitarbeiterzeitschriften dominieren wird – ergänzt durch weitere Formate. Und was das E-Commerce-Center am Institut für Handelsforschung in Köln in einer Untersuchung für das Thema Werbeträger festgestellt hat, lässt sich sicher vielfach auch auf Print-Produkte in der Unternehmenskommunikation übertragen: „Die Konsumenten werden in entspannten Momenten erreicht, sodass die dargestellten Informationen durch eine höhere Aufmerksamkeit eher wahrgenommen werden.“ Den digitalen Kanälen mit ihren vielfältigen Möglichkeiten insbesondere im Bereich Dialog gehört sicher ein ganz wesentlicher Teil der Zukunft – aber qualitativ hochwertige Print-Produkte werden ihren Platz behaupten. Auch in der Unternehmenskommunikation gilt also: nicht Print VERSUS Digital, sondern Print PLUS Digital!


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